Liebe Schülerinnen und Schüler,
liebe Eltern,

heute schreibe ich euch und Ihnen, um zu einer speziellen Thematik aktuelle Informationen weiterzugeben. Diese betreffen den Betrieb der Cafeteria an unserer Schule.

Die Cafeteria wird seit einiger Zeit von CJD Nord betrieben, das sich für die Personalkosten einen Zuschuss der Stadt Eutin, die unser Schulträger ist, sichert.  

Am Dienstag, den 01.09.2026 findet um 18 Uhr eine Sitzung des Ausschusses für Schule, Jugend, Kultur, Sport und Soziales der Stadt Eutin statt. In der Tischvorlage heißt es zum Tagesordnungspunkt „Neuregelung des Betriebs der Cafeteria der Carl-Maria-von-Weber-Schule – hier: Einstellung des städtischen Zuschusses und zukünftig vollständiger Betrieb als Elterninitiative“: „Ab dem Haushaltsjahr 2027 wird der städtische Zuschuss zur Cafeteria an der Carl-Maria-von Weber-Schule eingestellt. Der Vertrag mit dem Kooperationspartner ist zu kündigen.“

Dies bedeutet:

  • der bisherige vormittägliche Betrieb der Cafeteria würde komplett entfallen,
  • es wird kein anderer Lösungsansatz verfolgt als eine Elterninitiative,
  • die Tischvorlage schreibt von einer Elterninitiative, wohlwissend, dass man Eltern und Bürgerinnen und Bürgern nicht vorschreiben kann, wann und wie sie ihre freie Zeit einsetzen oder verbringen.

Weiter unten wird in der Vorlage der Sachverhalt aus Sicht der Stadtverwaltung erläutert: „An den weiterführenden Schulen werden in unterschiedlichen Modellen neben den Mensen Cafeterien betrieben. An der Voss Schule wird diese zu 100% von der Elternschaft betrieben und finanziert. Städtische Zuschüsse werden nicht beantragt und gezahlt. An der Wisser Schule wird die Cafeteria durch eine Elterninitiative betrieben. Diese erhält gem. Beschluss des ASJKS v. 04.08.2020 (EUT/4.1/2296/2016) einen jährlichen Zuschuss von 7.400, – €. An der Weber Schule wird die Cafeteria, wie auch die Mensa, durch den Kooperationspartner Christlichen Jugenddorfwerk Deutschlands gemeinnütziger e. V. (CJD) betrieben. Die Kosten werden vollständig von der Stadt Eutin übernommen. Im Jahr 2025 wurden dafür 25.185,54 € an den CJD gezahlt. Für das Jahr 2026 sind Kosten in Höhe von ca. 30.000, – € angesetzt. Im Rahmen der Konsolidierung ist die Ausgabe zu überprüfen. Um alle Schulen gleich zu behandeln und um Kosten im Rahmen des Konsolidierungskonzeptes der Stadt Eutin einzusparen, sind die Kosten für die Cafeteria an der Weberschule ab dem Haushaltsjahr 2027 nicht mehr zu übernehmen. Ein Betrieb durch Elterninitiative ist anzustreben.“

Diese Informationen wurden uns am 26.08.2026 zur Kenntnis gegeben durch die Stadtverwaltung. Jetzt sind diese öffentlich zugänglich (siehe Homepage der Stadt Eutin, genauer im Ratsinformationssystem https://www.eutin.sitzung-online.de/public/to010?SILFDNR=1001717&refresh=false). Es wurden keine Vorab-Gespräche oder Beratungen mit der Schulleitung oder dem Schulelternbeirat gesucht und geführt.

Natürlich würden wir uns alle über eine erfolgreiche Elterninitiative sehr freuen. Melden Sie sich gern und zeitnah, wenn Sie dies ins Auge fassen und in den nächsten drei Monaten die entsprechende Vereinsgründung inkl. der notwendigen Erfüllung der Hygienevorschriften zum Betrieb einer Cafeteria anstreben.

Die Sitzungsvorlage lässt Fragen offen, wie z. B.

  • welche anderen Formen des Betriebs der Cafeteria wurden eruiert und wären denkbar,
  • wäre ein Betrieb der Cafeteria auch ohne Zuschuss möglich, wie früher unter dem Betreiber Schulmilche MV, der vor dem CJD Nord die Cafeteria führte,
  • ist das Angebot des warmen Mittagsessens gesichert, damit die Fördergelder des Landes Schleswig-Holstein für die Offene Ganztagsschule weiterhin fließen (da das Essensangebot Bedingung für eine Förderung der OGS ist),
  • wird der Personalkostenzuschuss an das CJD Nord für die Mittagsversorgung weiterhin seitens der Stadt zugesichert und gezahlt,
  • wie sind die korrekten Zahlen, anders als die in der Beratungsvorlage der Stadtverwaltung fehlerhaft dargestellten, abzubilden,
  • wie wäre eine politische Bewertung, wenn man auf der Grundlage der korrekten Zahlen dann lediglich ein Einsparpotenzial von ca. 10.000 bis 12.000 Euro erhalten kann,
  • wie möchte die Stadtvertretung oder die Stadtverwaltung ihren Lösungsansatz der Elterninitiative sicherstellen und umsetzen, da sie sich zu diesem positionieren, äußern und ggf. zustimmend verhalten müssen.

Natürlich sind wir uns alle der Aufgaben- und Rollenverteilungen bewusst, d. h.

  • dass es allein die politische Verantwortung der Stadtvertretung und der gewählten Kommunalpolitiker ist, wie die finanziellen Mittel der Stadt verwendet werden und die Lehrkräfte diese Verantwortungsübernahme bzw. die aus dieser folgenden Beschlüsse als Rahmenbedingungen ihrer Arbeit anzuerkennen haben,
  • die Lehrkräfte, insbesondere die Schulleitung, die Aufgabe haben bzw. hat, uns in Beratungsprozesse einzubringen und
  • die Eltern sowie die älteren Schülerinnen und Schüler als Wähler und als Steuerzahler das Recht haben, sich entsprechend den demokratischen Regeln zu verhalten.

Diesem folgend habe ich bereits eine kritische Stellungnahme gegenüber der Stadtverwaltung und dem Schulausschuss abgegeben. Am Freitag haben Vertreterinnen des Vorstandes des Schulelternbeirates und ich als Schulleiter zu diesem Thema ausführlich beraten. Ich gehe davon aus, dass auch der Schulelternbeirat die Eltern informiert und sich im Diskurs äußert.

In diesem Schreiben möchte ich nun die gesamte Schulgemeinschaft vom gegenwärtigen Beratungsprozess und den Beratungs- und Abstimmungsvorlagen informieren. Bereits am 30.09.2026 soll final in der Stadtvertretersitzung im Sinne der o. dargestellten Vorlage beschlossen werden.

Ich bitte, diese Informationen zu bedenken.

Besorgte Grüße

Dr. Thomas Eggers, OStD
Schulleiter