Liebe Schülerinnen und Schüler,
liebe Eltern,
an einem besonderen Tag, einem Feiertag, sende ich herzliche Grüße! Sicher genießen alle das längere freie Wochenende in der Sonne, wohlverdient. Die Tage und Wochen seit den Osterferien waren angefüllt, sodass ein kurzes Innehalten wohltuend ist.
Vor ein paar Tagen hatten wir Gäste aus Dänemark bei uns zu Besuch. Die Schülerinnen und Schüler kamen aus der Partnerstadt Eutins, aus Guldborgsund. Sie wollten sich über die Arbeit der Schülervertretung informieren und kennenlernen, wie sich Schülerinnen und Schüler bei uns ins Schulleben einbringen können. In den nachfolgenden Gesprächen ging es auf Wunsch unserer dänischen Gäste auch um Probleme beim zuverlässigen Besuch des Unterrichts, die es bei einer Reihe dänischer Schülerinnen und Schüler wohl gäbe, und um Unterschiede in den Auffassungen zu dieser Frage. Zuhörend war es schon erstaunlich, wie unterschiedlich man den Wert schulischen Präsenzunterrichts bemessen kann (die Corona-Zeiten im Hinterkopf …), für mich sehr beeindruckend war das Statement einer Schülerin unserer Schule, die eindeutig zum Ausdruck brachte, dass sich die Frage über den (Nicht-)Besuch real gar nicht stelle, da die Atmosphäre bei uns so angenehm, freundlich, zugewandt ist, das sie hier ihre Freundinnen und Freunde trifft, das Lernen zwar Anstrengung bedeutet, aber auch Erfolg und Freude bringt und dass ein Zuhause-Bleiben isoliert und dann in social media-Kanälen zu verweilen, reale Begegnungen nicht ansatzweise ersetzen kann. Wie recht sie hat!
Apropos social media: Sicher haben die Diskussionen auf politischer Ebene zum Sinn und Unsinn, zu den Gefährdungen und zum Zugewinn und schlussendlich zu möglichen Altersbeschränkungen alle Familien erreicht. Alle Familien müssen für sich selbst ja schon Vereinbarungen getroffen haben und deren Beachtung sichern. Wir als Schule haben inzwischen unter carl.maria.von.weber.schule auch einen Instagram-Kanal und weisen auf diesem auf die eine oder andere Aktion, das eine oder andere besondere Moment des schulischen Alltags hin. Menschliche Begegnungen, reale Freundschaften durch social media-Likes ersetzen zu wollen, kann nur isolieren und traurig machen.
Nun sind wir bei der Bedeutung moderner Digitalisierung angekommen und somit bei Künstlicher Intelligenz. Im schulischen Alltag wird nun auch Künstliche Intelligenz genutzt, mitunter als digitales Hilfsmittel, z. B. zur Zusammenfassung oder Verdichtung von Texten, oder als Rückmeldetool oder KI wird selbst zum Gegenstand des Unterrichts. Dabei sind sich alle dessen bewusst, dass es Phasen ohne KI geben muss und andere Phasen, die KI-Nutzung thematisieren oder in denen KI ein Zugewinn ist, der pädagogischen Mehrwert darstellt. Künstliche Intelligenz kann aber die Entwicklung des eigenen Denkvermögens nicht ersetzen. Insofern ist es viel zu kurz gedacht, die eigenen Denk- und Erkenntnisprozesse, die anstehenden Aufgaben und Herausforderungen an KI abzugeben, jedoch KI immer mal wieder sinnvoll zur Ergänzung, als Unterstützung und als Tool bei Aufgaben zu nutzen, macht zukunftsfähig.
Natürlich wissen wir auch, dass wir als Schule heute mehr denn je schulische Förderung besonders gezielt und intensiv anbieten und realisieren müssen. So arbeiten wir in diesem Schuljahr in den Klassenstufen 5 bis 7 mit dem Programm „Lesen macht stark“ ganz gezielt an der Entwicklung der Lesekompetenz. Lesen ist weiterhin und auch zukünftig einer der bedeutsamen Zugänge zu Bildung. Ohne echte Lesekompetenz wird es keine Bildung geben.
Daneben haben wir das Programm „Mathe plus“ als gezieltes Förderprogramm mathematischer Kompetenzen entwickelt. Gerade in diesem Fach sind Grundlagen stets gefordert als Basis jeden Verständnisses aufsteigend komplexerer Themen. Insofern braucht es Unterstützung und Anleitung, mathematische Kompetenzen dauerhaft zu sichern. Auch hier nutzen wir mit ANTON ein digitales Tool, gekoppelt an Wiederholungsphasen und regelmäßige Wiederholungstests. In speziell organisierten Stunden werden in einigen Jahrgangsstufen zusätzlich auch mathematische Begabungen gefördert.
Eine andere Entwicklung im Rahmen des Förderkonzeptes ist die Bedeutung von Beratungen an und in der Schule. Wir haben das große Glück der hoch kompetenten sozialpädagogischen Beratung durch Frau Hahn, die auch Lerncoaching anbietet. Zusätzlich bilden wir auch ältere Schülerinnen und Schüler in einer angemessenen Tiefe in Coaching aus. Dies ist möglich, da wir mit Frau Hewelt eine Lehrkraft in der Schule haben, die über die erforderliche besondere Qualifikation und Zusatzausbildung verfügt. Ein besonderes individuell ausgerichtetes Beratungsformat ist mentoring, dass von Lehrkräften angeleitet wird, die jedoch diese Schülerin oder diesen Schüler nicht gerade unterrichten. Regelmäßige Reflexionsgespräche nach einem erprobtem Schema unterstützen im mentoring die Schülerin bzw. den Schüler.
Stärker in der Breite angesiedelt sind die individuellen Beratungsgespräche zur fachbezogenen Lernentwicklung zwischen Schülerin bzw. Schüler und Lehrkraft, ebenso die Sprechtage, die wir als Schülerin oder Schüler + Eltern + Lehrkraft durchführen. Dies Format hat sich gut bewährt, wie Rückmeldungen im erbetenen Feedback nach dem Sprechtag 2026 einheitlich zeigten. Oft reichen 15 min Beratungszeit gut aus, manchmal nicht, so ist den Rückmeldungen ebenfalls zu entnehmen. Ist dies schon vorher absehbar, sollte und kann man es schon anders planen und gemeinsam vereinbaren. Merkt man dies erst im gemeinsamen Gespräch, vereinbart man sich neu. Es liegt auch in der Sache mancher Themen, dass die Dreierkonstellation nicht für alle Themen geeignet ist. Auch hierbei gilt, dass man sich abweichend vereinbart. Die Ausweitung der Anzahl von Beratungsgesprächen und die Ermöglichung eines größeren Angebotes solcher sowie die o. g. Dreierkonstellationen bedürfen einer ganztägigen Zeitspanne als Rahmen.
Gern möchten wir in den Jahrgangsstufen 9 und 10 neue individuelle Beratungsgespräche zwischen Schülerinnen bzw. Schülern und Lehrkräften unter dem Namen tutoring einführen, in denen es nicht um Leistungsentwicklung und Noten geht, sondern vielmehr darum, wie das individuelle Wohlbefinden ist, wie es dem Einzelnen in den verschiedenen Lebensbereichen geht, eben um die individuelle Persönlichkeit und den einzelnen Menschen, natürlich auch mögliche Unterstützung. Ebenso möchten wir nachdenken, ob wir in der Orientierungsstufe die bisherigen Beratungsgespräche zu Lernentwicklungsgesprächen nach Hamburger Vorbild weiterentwickeln wollen und können.
Gern möchte ich noch von einer besonderen Aktion berichten. Uns ist es gelungen, zu Beginn des neuen Schuljahres 2026/27 zu einem Programm von ALFONS zu reisen und das Programm „Jetzt noch deutscherer“ mit den Schülerinnen und Schülern zweier Jahrgänge zu besuchen. Wir hoffen, dass Alfons anschließend auch zu uns an die Schule nach Eutin kommt, um im direkten Gespräch die Gedanken über dieses Programm auszutauschen und zu vertiefen.
Ebenso ist es mir ein Anliegen auf ein bevorstehendes Ereignis und Event hinzuweisen. Carl Maria von Weber, der berühmteste Sohn der Stadt Eutin, starb am 05.06.1826. Sein 200. Todestages ist uns Anlass, ihm zu gedenken und ihn in verschiedenen Veranstaltungen zu würdigen, so am Vorabend seines Todestages in einer Abendveranstaltung und am Todestag durch verschiedene Aktionen mit allen Klassen, z. B. durch eine Theateraufführung. Auch unsere Projekttage und unser Sommerfest am Ende dieses Schuljahres sollen im engeren und im weiteren Sinn dazu einladen, Weber, seiner Zeit und der Kunst Raum zu geben.
Herzliche Grüße
Dr. Thomas Eggers, OStD
Schulleiter
